Wie man Wissen speichert
Auch ohne Verordnung durch wirtschaftliche und staatliche Stellen lernt der Mensch bis zu seinem Tod ständig dazu.
Schon im Mutterleib fängt das Baby an zu lernen, ein Prozess, der ein ganzes Leben lang anhält. Um überhaupt Wissen im Gedächtnis speichern zu können, müssen die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Dafür entwickeln sie längere Fortsätze, in deren Ende bestimmte Botenstoffe gespeichert werden. Diese Fortsätze nennt man Synapsen. Bei der Geburt sind die Zellen in einem menschlichen Gehirn über eine Vielzahl von Synapsen miteinander verbunden.
Jeder neue Eindruck, jede neue Erfahrung verändern sich die Verbindungsstellen. Neue kommen hinzu, andere werden unterbrochen. Dieser Prozess verläuft bis in die Pubertät sehr schnell, danach verlangsamt sich die Umgestaltung der Verbindungen zusehends. Auch nimmt die Zahl der Verbindungen insgesamt stetig ab.
Nur Verbindungen, die häufig genutzt werden, bleiben bestehen. Je öfter Wissen aus dem Gedächtnis abgerufen wird, desto besser funktionieren die Verbindungen die dabei aktiviert werden. Nicht genutzte Verbindungen verkümmern. Insgesamt zeigt sich, dass schon ein 18 jähriger Mensch weitaus langsamer lernt als ein zehnjähriges Kind.
Ältere Menschen lernen zwar langsamer, haben aber den Vorteil, dass sie auf bereits angelegtes Wissen zurückgreifen können, und neues damit schneller und besser einordnen. Zudem hilft regelmäßiger Denksport, das Gehirn fit bis ins hohe Alter zu halten. Je öfter man trainiert, je öfter man sich neuen Situationen aussetzt, desto besser funktioniert die Arbeit der Synapsen.
Auch haben Forschungsergebnisse gezeigt, dass sich neue Verbindungen auch im fortgeschrittenen Alter bilden können. Neues Lernen, neue Wege beschreiten oder alte Gewohnheiten abzulegen ist dann also durchaus noch möglich, und hilft dabei dauerhaft geistig fit zu bleiben
Autor: Thomas Kappel - ps3@fab-4.biz