Münzen zum Gedenken Europas
Wie schon in den Niederlanden gibt es auch in Luxemburg eine entsprechende Vorschrift, die dazu verpflichtet, den Großherzog auf allen Münzen des Landes Luxemburg abzubilden.
Für die bisherigen Münzen zum Gedenken war das kein Problem, da die jeweils geprägten Münzen dem Herrscherhaus gesegnet waren. Luxemburg war eines der Sechs EWG Gründer Staaten und wollte es sich nicht nehmen lassen, bei dieser Prägung dabeizusein.
Man griff in Luxemburg in die Trickkiste anstelle einer Gesetzesänderung. Moderne Techniken der Münzprägekunst machen es möglich dem zwei Euro Stück ein so genanntes Latentbild zu verpassen. Das Latentbild hat die Form eines kleinen Kreises, das je nach Betrachtungswinkel entweder das Gemeinschaftsbild oder Großherzog Henris stilisiertes Portraits anzeigt, welche sonst auf den normalen zwei Euro Münzen zu sehen ist.
Luxemburger Münzen werden normalerweise geprägt von der finnischen oder niederländischen Münzstätte, in diesem Fall wurden die Münzen jedoch von der Monnaie de Paris, der staatlichen französischen Münze geprägt.
Als Beleg dafür gilt das Münzzeichnen der Prägestätte Pessac, ein links von der Jahreszahl befindliches Füllhorn, sowie ein Jagdhorn, ein Zeichen des französischen Münzmeisters Hubert Lariviere.
Weiterhin weist auf Frankreich ein kleines F in einem der Sterne auf der Münze hin.
Die Ankündigung Frankreichs, seine erste zwei Euro Gedenkmünzen nur in einem geringen Kursmünzensatz zu prägen, stieß bei Numismatikern auf Protest. Der Kursmünzensatz sollte gerade mal eine Auflage von 100.000 Münzen haben. Das wären genauso wenig an Stückzahlen wie die zwei Euro Gedenkmünzen des Vatikan. Alle anderen Euroländer wollten diese Gedenkmünzen in Millionenauflagen prägen, Slowenien in einer Stückzahl von 400.000.
Wegen der stark limitierten Auflage Frankreichs wäre es für Sammler schwer geworden, die Gemeinschaftsserie vollständig zu besitzen. Anfang Februar kam für alle Numismatiker die erlösende Nachricht, die französische zwei Euro Gedenkmünzen 50 Jahre römische Verträge wird mit einer Auflage von 9,6 Millionen Stück geprägt.
In Deutschland werden insgesamt 30 Millionen Exemplare der zwei Euro Gedenkmünzen 50 Jahre europäische Verträge geprägt. Diese 30 Millionen Exemplare verteilen sich recht ungleichmäßig auf die fünf deutschen Prägestätten.
In München wurde die Bi-Metallmünze 14,5 Millionen Mal geprägt, in Hamburg 1,5 Millionen Mal, in Karlsruhe 5 Millionen Exemplare, in Stuttgart 8 Millionen Stück und aus Berlin kamen nur eine Million Exemplare.
In Berlin wurde so wenig geprägt, da in der Bundesbank noch ausreichend große Mengen normaler zwei Euro Münzen lagern.
Autor: Torsten Maue - torsten.maue@gmail.com