Exklusive Vorführungen auf Märkten
Die Vorführung von seltenem und altem Handwerk und teilweise schon ausgestorbener Kunst erfreut sich in der heutigen Zeit auf Themenbezogenen Märkten und größeren Verbrauchermessen großer Beliebtheit.
Große Menschentrauben stehen um den vorführenden Kunsthandwerker und sind an den Werkzeugen, der Umsetzung und Historie seines Handwerkes interessiert. Kaum zu glauben, dass da ein Mensch aus einem Holzstück filigrane Skulpturen mit einer beschränkten Zahl an Werkzeugen erschafft. Unmöglich, dass aus einem abgerichteten Holzbrett ein negativ und spiegelverkehrt geschnitztes Springerle Model entsteht. Faszinierend, wie der Glasbläser mit etwas Hitze und der Kraft seiner Lunge kunstvolle Schöpfungen entstehen lässt. Erstaunlich, wie in der kundigen Hand eines Schreiners die verschiedensten nützlichen Kleinmöbel gefertigt werden. Einfach unvergleichlich, wie aus verschiedenen Glasteilen ein ganzes Glasmosaik entsteht.
An diesen Reaktionen kann man erkennen, dass dem breiten Teil des Publikums die Verbindung zur Herstellung der einzelnen Produkte fehlt. Oftmals wird auch durch billige und massenhaft produzierte Konkurrenz-Produkte aus dem Ausland der Wert der in reiner Handarbeit hergestellten Artikel erheblich geschmälert. Viele Käufer entscheiden sich für ein scheinbar ähnliches, jedoch qualitativ nicht gleichwertiges Stück.
Auf Kunsthandwerker-Märkten sollte bewusst auf den Unterschied zwischen eigens produzierendem Kunsthandwerk und fliegenden Händlern mit qualitativ nicht ebenbürtigen Waren geachtet werden. Beim käuflichen Erwerb derartiger Handelsware sollte man auch bedenken, dass viele dieser Produkte in ausgebeuteten Drittländern entstehen und arme Menschen, ja teilweise sogar Kinder unter unwürdigsten Bedingungen an der Fertigung solcher Waren arbeiten müssen. Durch die Anschaffung jedes Stückes wird also zwangsläufig die Billigarbeit gefördert.
Bei der Anschaffung eines kunstgewerblichen Gegenstandes sollte man sich also vom Kunsthandwerker oder Künstler selbst eingehend über die Herstellung seiner Produkte und die Herkunft der Materialien beraten lassen. Ein qualitativ einwandfreies Stück deutscher Wertarbeit wird das Herz dauerhaft erfreuen.
Autor: Bernhard Heß - info@dukasi.de