Abakkana
Abakkana ist eine Buchserie des Schriftstellers Argon Avedias. Erzählt wird die Geschichte von “Abakkana - Das Land der Wünsche”. Die Abakkaner nutzen die eine unendliche Kraft, die in jedem schlummert und richten sich nach den geheimen Geboten Abakkanas. Die Gebote sind so exakt und zuverlässig, dass sie alles dadurch erreichen können.
Die Gebote der Abakkaner sind strahlend und unvergänglich. Wer über sie nachdenkt, besitzt vollendete Klugheit und wer ihretwegen schlaflose Nächte hat, wird rasch alle Sorgen los sein. Sie gehen selbst umher und suchen die Imbarer, die ihrer würdig sind. Freundlich treten sie ihnen auf dem Weg entgegen und bei jedem Nachdenken zeigen sie sich ihnen.
Die Gebote der Abakkaner zu besitzen ist besser als Silber, wertvoller als das reinste Gold. Sie sind kostbarer als Edelsteine.
Nichts, was man sich wünschen könnte, ist mit ihnen vergleichbar. Sie bringen ihrem Besitzer langes Leben, Wohlstand und Ansehen. Sie erfüllen sein Leben mit Glück und Sicherheit. Sie sind der wahre Baum des Lebens. Wer sie erlangt und festhält, kann sich glücklich preisen!
Sie leben in kleinen Dorfgemeinschaften, die sich vollkommen harmonisch in die Landschaft einfügen – fast wie Perlen. Alles grünt und blüht, Bienen summen über die Wiesen und sind eifrig bemüht, die Abakkaner mit köstlichem Honig zu versorgen.
Da gibt es kristallklare Quellen, Bäche und Seen, die vor Lebensenergie nur so strotzen. Phantastisch angelegte Gemüse-, Kräuter- und Obstplantagen, die anmutig, fast schon künstlerisch ineinander verwoben sind – alles ist gesund und kräftig. Die Obstbäume lächeln förmlich und können es gar nicht erwarten, den Abakkanern ihre Früchte zu schenken. Die weiten Ebenen sind äußerst fruchtbar, exakt parzelliert und werden durch künstlich angelegte Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt. Dadurch sind sogar zwei Ernten jährlich möglich.
Die Abakkaner wohnen in schnuckeligen, flachen Hütten. Geschwungene, verspielte und individuelle Formen, wohin du nur blickst. Keine Mauer und kein Zaun stört das Gesamtbild, alles fließt und wogt ineinander über. Seltsame kleine Apparate, die mit Hilfe der Auftriebsenergie von Wasser, seltsamen, kleinen, mit einem Gas gefüllten Bällchen und mechanischen Elementen Strom erzeugen, versorgen alles mit Energie. Natur und ausgefeilteste Technik sind aufs Genialste miteinander verbunden und harmonieren perfekt.
Überall lachen die Abakkaner, machen Musik, singen, säen, ernten, bereiten die köstlichsten Speisen füreinander und treffen sich allabendlich in der Dorfmitte. Dort werden Feuerzauber von Magicus entfacht, Cantus, der Musiker, lässt traumhafte schöne Melodien erklingen, überall Leckereien und Köstlichkeiten, und die Kinder lauschen mit großen, glänzenden Augen dem Geschichtenerzähler, der von Sternenwesen, Engeln, Kometen-geistern und Sonnenkönigen zu berichten weiß. Auch spielen Jung und Alt viel miteinander, wobei es sich hier um wirkliches Spielen handelt. Spiele, bei denen es keine Verlierer gibt, sondern alle, die am Spiel teilnehmen, gewinnen. Sie lachen und amüsieren sich göttlich.
Die Natur wird rege bewandert und die Abakkaner besuchen mystische Orte, wo es vor Spannung und Geheimnissen förmlich knistert. Kristallgrotten, die beim Betreten das Bewusstsein zu höheren Sphären aufschwingen lassen und unterirdische Labyrinthe, die mit den seltsamsten Wesen und Lichterscheinungen ihre Aufwartung machen. Auch haben die Abakkaner sehr engen Kontakt zur Tierwelt, die keinerlei Scheu zeigt, denn die Tiere wissen, dass die Abakkaner sie als Seelengefährten begreifen und dementsprechend achten.
Alle sind beschäftigt, aber niemand muss arbeiten – jeder tut das, was er kann. Gerne, fröhlich und für die anderen. Es gibt weder Müll noch Umweltbelastung, alles ist so organisiert und konzipiert, dass solch negative Dinge nicht in Erscheinung treten. Rohstoffe kommen in einen hundertprozentigen Wiederverwertungskreislauf, der Erde wird nichts genommen, was nicht unbedingt nötig ist. Die Abakkaner wissen alle, dass Mutter Erde ein bewusstes Lebewesen ist, dass sie ihre Kinder ver-sorgt, verwöhnt und liebt. Und dieselbe Liebe bekommt sie auch von allen Abakkanern jeden Tag geschenkt. Es gibt keine Stürme, Dürren oder Überschwemmungen, die Innenseite der Mutter Erde sorgt perfekt bis ins kleinste Detail für ihre Kinder, ihr gehorchen die Kräfte der Natur, sie kann das – denn sie ist mächtig!
Die Kinder werden spielerisch unterrichtet und die Kleinen können gar nicht genug davon bekommen. Jedes Kind wird als einzigartiges Ge-schöpf betrachtet und nur die individuellen Fähigkeiten werden gefördert. Diese Fähigkeiten sind auch seltsamerweise von Natur aus genau so gestreut, dass immer für alle Bereiche gesorgt ist. So gibt es begeisterte Handwerker und Techniker, Kunstmaler, Landwirtschaft-genies, Musiker, Heiler, Kräuterexperten, Geschichtenerzähler, Wunsch-formulierer- und erfüller, Komiker, Schauspieler, Architekten wie Aramis, Zauberer und sogar einen Druiden namens Magicus…
Alles ist ein vollkommen natürliches, harmonisches Geben und Nehmen. Ohne Neid, Hektik oder sonstigen negativen Dingen. Zwischen den Abakkanern findet stets ein wohl organisierter, reger Austausch statt und sie sind überall herzlich willkommen. Das Abakkana ist föderalistisch aufgebaut, alle sind für alle da. Regiert wird ohne Hierarchie, lediglich durch Bürgerräte, dessen Sprecher Orares ist.
Auf einer wunderschönen Lichtung in Abakkana steht ein Wunschbrunnen, der eine breit gefächerte Fontäne besitzt. Dieser Brunnen ist so wundervoll anzusehen, da sich die Wassertropfen beim strahlenden Schein der inneren Sonne zu kleinen regen-bogenfarbigen Edelsteinen verfärben. Inmitten dieser Wasserfontäne steht eine kleine Statue in Form eines kleinen Jungen, der eine Flöte in der Hand hält. Stell Dich mit dem Rücken vor den Brunnen, wirft einen »BARA« über die Schulter in den Brunnen und wünsch Dir was. Wenn der »BARA« in den Brunnen gefallen ist und den Boden berührt, dann fängt die Figur an, auf ihrer Flöte zu spielen. Doch es wird sich weniger wie eine Flöte, als wie ein herrlicher, verzauberter Feengesang anhören. Wenn die Melodie zu Ende und der letzte Ton verklungen ist, steig die letzte Note des letzten Tons auf einmal empor, strahlt so hell und gelb wie die innere Sonne und spricht zu Dir: »Ich bin die Zaubernote des Wunschbrunnens. Dein Wunsch soll in Erfüllung gehen.« Nach diesen Worten verschwindet sie wieder und zerfließt in die regenbogenfarbenen Wassertropfen, zurück zu ihren Ursprung.
Matthias Süß - msuess [at] seo.ms